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Wahlprogramm

Paderborn besser machen

Kommunalwahl

13.09.2020

Das Zukunftsprogramm
für unsere Heimatstadt

Wirtschaft

Die Folgen der Politik in der Corona-Krise werden die Stadt Paderborn noch über Jahrzehnte begleiten. Trotzdem muss grade jetzt eine ergebnisorientierte und stimulierende Wirtschaftspolitik gemacht werden.

  1. Mehr Gewerbeflächen – Paderborn benötigt ausreichend neue Gewerbeflächen für alle Branchen, insbesondere Handwerksbetriebe benötigen günstige Ansiedlungsflächen, die auf ihren Bedarf zugeschnitten sind. So müssen bspw. Betriebsleiterwohnungen möglich sein und durch eine räumliche Vernetzung vieler Handwerksbetriebe müssen synergetische Effekte erreicht werden.
  2. Bessere Infrastruktur – Paderborn benötigt ein umfassendes Investitionsprogramm in die städtische Infrastruktur. Zu lange sind Anliegerstraßen mit oft sehr zweifelhafter Begründung auf Kosten der Anwohner saniert worden, während Hauptstraßen, Schulen usw. langsam vor sich hin rotten.
  3. Neue Technologieparks – Der aktuelle Technologiepark bietet keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr, neue Businessparks müssen an unterschiedlichen Orten im Stadtgebiet entstehen und stärker als bisher branchenorientiert zusammengestellt werden. Zukünftige Parks sollten kleinteiliger ausgelegt werden um Start-Ups leichter Platz bieten zu können. Ferner muss ein größerer Fokus auf gemeinsam nutzbare Infrastruktur (Office-Sharing, Kantinen, Konferenzräume, Parkraum, Car-Sharing etc.) gelegt werden.
  4. Wirtschaftsförderung aus einer Hand – Wirtschafts- und Steuerpolitik hängen insbesondere in den Kommunen eng zusammen, deshalb muss die Wirtschaftsförderung wieder ein Teil der Verwaltung werden und sollte ein gemeinsames Dezernat mit der Kämmerei bilden.
  5. Besseres Management – Das Beispiel Höffner zeigt, wenn man es will, dann kann auch ein komplexes Projekt extrem schnell genehmigt werden. Die Ansiedlung von Höffner am ehemaligen Standort Finke war richtig und wichtig für Paderborn, weshalb wir diese nachdrücklich unterstützt haben. Traurig ist es aber, dass nicht jedes Unternehmen in Paderborn so behandelt wird, wie der Höffner Eigentümer Kurt Krieger – insbesondere, weil wir nicht wissen, ob das Start-up, welches heute in der Verwaltung um eine zügige Bearbeitung betteln muss, nicht evtl. der nächste milliardenschwere Großunternehmer wird. Hier braucht es ein besseres Management durch einen neuen Bürgermeister und eine neue und bessere Leitung für die Bauverwaltung. Wir müssen Wege frei machen und keine Barrieren aufbauen.
  6. Zusammenarbeit statt Kirchturmdenken – Interkommunale Zusammenarbeit funktioniert, spart Geld und bietet dem Bürger in der Regel einen Mehrwert. Leider glauben viele Gemeinden, dass sie an Eigenständigkeit verlieren, wenn sie sich an interkommunalen Projekten beteiligen, dabei sprechen die Erfahrungen dafür es auszuweiten. Wir wollen deshalb, dass künftig jede Aufgabe in der Verwaltung regelmäßig daraufhin überprüft wird, ob nicht eine gemeinsame Erledigung der Aufgabe zusammen mit anderen Gemeinden sinnvoller und kostengünstiger ist, da bspw. Lizenzen nur einmal erworben werden müssen usw.

Transparenz und Bürgerorientierung

Die Gleichbehandlung aller Bürgerinnen und Bürger ist eines der höchsten Güter unserer Gesellschaft. Deswegen müssen Transparenz und Bürgerorientierung Maximen der kommunalen Politik und der städtischen Verwaltung sein. Alle Paderborner sind sowohl Eigentümer der kommunalen Verwaltung als auch deren Kunden, deshalb muss Paderborn bürgerorientierter werden.

  1. Öffentliche Debatten – Die Verwaltung verordnet viele wichtige Entscheidungen in nicht öffentliche Sitzungsteile, grundsätzlich sollte die Öffentlichkeit aber nur ausgeschlossen werden, wenn der Gesetzgeber nichts anderes zulässt. Die aktuelle Praxis ist in einigen Bereichen nicht nachvollziehbar und muss dringend geändert werden.
  2. Dienstleistung statt Verwaltung – Oberstes Anliegen aller Mitarbeiter der Verwaltung sollte es sein, für die Bürgerinnen und Bürger eine positive Dienstleistung zu erbringen. Die städtischen Mitarbeiter müssen für jeden Bürger positive und zufriedenstellende Dienstleistungen erbringen.
  3. Qualitätskontrollen – Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern sollen sporadisch ausgewertet werden um die Kundenorientierung der Verwaltung zu steigern.
  4. Neubau der Verwaltung – Die Pandemie hat gezeigt, wie viel Homeoffice möglich ist. Der Neubau ist heute noch überdimensionierter, als er es vor einem Jahr ohnehin schon war. Es soll gebaut werden, aber angemessen und zeitgemäß und es darf kein anachronistischer Klotz entstehen. 
  5. Weniger Berater – mehr praktischer Sachverstand – In der Stadtverwaltung gibt es viele hervorragende Mitarbeiter, vom Sachbearbeiter bis zum Amtsleiter. Menschen die hier leben und arbeiten, die außerdem in ihrem Fachgebiet gut ausgebildet sind. Trotz dieses Potenzials, werden immer wieder teure Experten von irgendwo eingeflogen und für teilweise fragwürdige Tagessätze mit der Lösung von Problemen beauftragt. Häufig ist es dabei so, dass das Ergebnis schon vorher feststeht, die Dezernatsleitungen aber gerne eine externe Autorität in die Diskussion einbringen möchten. Im Prozess der Bearbeitung werden die externen Berater dann wiederum von den Mitarbeitern der Verwaltung beraten, da sich jemand aus Hamburg, Dortmund oder München hier halt nicht mit den genauen Bedingungen auskennt. Wir werden daher den – insbesondere in der Bauverwaltung ausgearteten – Beratereinsatz künftig eindämmen, nur wo absolut keine eigenen Experten vorhanden sind, darf Geld ausgegeben werden. Ein positiver Nebeneffekt dabei, wir sparen nicht nur eine Menge Geld, sondern auch eine Menge Zeit.

Sicherheit

In Paderborn sind in verschiedenen Bereichen Angsträume entstanden, dies bedarf eines deutlichen Gegensteuerns.

  1. Schutz der Bürger statt Knöllchen – Priorität muss in jedem Fall die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt haben. Während die BOSS-Wache in Paderborn um 20:00 Uhr schließt, verteilen die Kollegen von der Verkehrsüberwachung teilweise noch bis spät in die Nacht hinein Knöllchen, hier müssen die Prioritäten wieder richtig gesetzt werden, Sicherheitsstreifen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger durch das Ordnungsamt sind, insbesondere an den Wochenenden, wichtiger als abgelaufene Parkuhren.
  2. Helle Wege zum Ziel – Insbesondere im Bereich der Kernstadt müssen die Wege zu den Parkhäusern und -plätzen durchgehend besser beleuchtet werden, dies vermittelt nicht nur ein Gefühl von Sicherheit, sondern sorgt nachweislich für sichere Heimwege.

Wohnen

Paderborn ist eine lebenswerte und vielfältige Großstadt geworden, weil Wohnen in unserer Stadt immer für alle Menschen bezahlbar war. Aktuell ist der Wohnungsmarkt, insbesondere bei kleinen und günstigen Wohnungen extrem angespannt. Die städtische Wohnungsgesellschaft, deren Gründung wir maßgeblich mitgestaltet haben, wird jedoch nur ein Baustein sein um den Wohnungsmarkt dauerhaft zu entlasten.

  1. Neue, günstige Baugebiete – Unser Ziel ist es möglichst viele neue und bezahlbare Wohngebiete auszuweisen. Es ist nicht hinnehmbar, dass gerade junge Paderborner Familie unsere Stadt verlassen, da sie sich ein Grundstück in ihrer Heimatstadt schlicht nicht leisten können, so ziehen sie ins Umland, was am Ende nur zu höherer Verkehrsbelastung führt, da sie ihre Jobs in der Stadt selbstverständlich behalten wollen.
  2. Bessere Infrastruktur – Zum Wohnen gehört eine gute Infrastruktur, die schönste Wohnlage nutzt nicht, wenn Hochgeschwindigkeitsverbindungen fürs Internet fehlen, oder andere Infrastruktur fehlt. Daher müssen auch bestehende Baugebiete mit der notwendigen Infrastruktur versorgt werden.
  3. Überarbeitung der Bebauungspläne – Viele Bebauungspläne stammen noch aus den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren, also aus einer Zeit als Paderborn noch eine Mittelstadt war, heute müssen wir als Großstadt über eine maßvolle Nachverdichtung nachdenken, dies kann aber nicht noch weiter durch das Zubauen von Gärten geschehen, sondern wir müssen auch in die Höhe wachsen. Eine Erhöhung der Geschosszahl würde viele Eigentümer zu Investitionen in ihre Immobilien bewegen und damit sowohl einen Beitrag zur Verjüngung der Immobiliensubstanz leisten und auch mehr Wohnraum dort entstehen lassen, wo schon Infrastruktur vorhanden ist.
  4. Ausbau der Wohnungsgesellschaft – Die Gründung der WGP wäre ohne unsere Vermittlung und unseren Vorschlag der Bürgerbeteiligung nicht entstanden, deshalb liegt uns diese besonders am Herzen. Die Wohnungsgesellschaft soll langfristig einer der größten Player am Paderborner Wohnungsmarkt werden und die Mietpreise in der Stadt dauerhaft dämpfen. Junge Menschen, Studenten, Auszubildende, junge Familien, Singles, ältere Menschen, kurzum jeder benötigt eine angemessene und bezahlbare Wohnung. Die aktuelle Struktur des Wohnungsmarkts hat nicht zu stabil niedrigen Mieten geführt, wenn wir wollen, dass in unserer Stadt jeder ein schönes Zuhause findet, dann müssen wir jetzt gegensteuern. Grade auch als Universitätsstadt müssen wir darauf achten, dass Wohnungen bezahlbar bleiben, da oft für Studenten das Preisgefüge am möglichen Studienort ausschlaggebend für die Wahl des Studienorts ist. Wer in der Zukunft gut ausgebildete Menschen in der Stadt haben will, der muss halt heute etwas Geld dafür investieren. 
  1. Seniorenwohnanlagen als neues Geschäftsfeld der Wohnungsgesellschaft – Es gehört zur Daseinsvorsorge einer Gesellschaft, dass für ältere Mitmenschen ein entsprechendes Wohnumfeld geschaffen wird, jeder von uns hofft darauf möglichst selbstbestimmt ein hohes Alter zu erreichen. Dazu gehört es dann auch, angemessen untergebracht zu werden. Die Skandale der Vergangenheit zeigen, dass der Markt im Bereich der Pflegeheime nicht funktioniert, die Pflegekassen geben ambitionierte Sätze vor und die privaten Betreiber müssen bei diesen Sätzen noch marktübliche Gewinne erwirtschaften, dieses führt dann häufig zu grauenhaften Zuständen. Da wir diesen Systemfehler nicht ändern können, müssen wir darauf intelligent vor Ort reagieren. Deshalb können Pflegewohnheime in kommunaler Trägerschaft eine Lösung sein, die Wohnungsgesellschaft kann bei geringerer Gewinnerwartung das Wohlbefinden der Nutzer in den Mittelpunkt stellen.

Handel

Der Handel – und insbesondere der Einzelhandel in Paderborn kämpfen nicht nur gegen die Folgen der Corona Pandemie und den Onlinehandel, sondern auch gegen eine vollkommen verfehlte lokale Handelspolitik. Das so genannte Einzelhandels- und Zentrenkonzept ist seit 2009 aktiv, Ziel sollte es sein, den Einzelhandel in der Innenstadt zu stärken. Das Ergebnis ist jedoch ein Verschwinden fast sämtlicher lokaler Einzelhändler, den Einzug von Ketten und wenig attraktiven Handyläden. Ursache dafür sind exorbitante Mieten, die zwar wenigen Immobilieneigentümern sehr nützen, die Innenstadt aber mehr und mehr veröden lassen und gleichzeitig bspw. in Elsen den dringend benötigten Drogeriemarkt verhindern. Es ist daher endlich Zeit gegenzusteuern.

  1. Aussetzung des so genannten Einzelhandels- und Zentrenkonzepts – Damit Paderborner Einzelhandelsunternehmen nach der Corona Pandemie die Möglichkeit haben sich auf günstigeren Standorten zu regenerieren, fordern wir die umgehende Aussetzung des so genannten Einzelhandels- und Zentrenkonzepts für die kommenden drei Jahre.
  2. Handelsplätze neu definieren – Das Konsumverhalten der Menschen ändert sich, die Menschen nutzen die Innenstädte gerne als Lebens-, Kultur- und Arbeitsraum, für die wöchentlichen und saisonalen Einkäufe, werden Handelsstandorte aufgesucht, die ein diversifiziertes Warenangebot auf konzentrierter Fläche anbieten und verkehrlich gut zu erreichen sind. Einzig der Südring bietet in Paderborn im Ansatz diese Möglichkeiten, kann aber wegen falscher politischer Konzeption nicht erweitert werden. Da wir nicht nur mobiler, sondern auch vernetzter werden, müssen wir die Handelspolitik den Bedürfnissen der Kunden anpassen, sonst verlieren wir diese Kaufkraft an Einrichtungen wie Outlet Center, das Centro oder den Onlinehandel.

Verkehr

Die Debatte um lokale Verkehrspolitik ist dominiert von der Förderung des Radverkehrs, Autos sollen verdrängt und vergrämt werden. Dabei orientieren sich Politik und Verwaltung zu sehr an Lösungskonzepten, die für deutlich dichtere Ballungsräume geschaffen worden sind. Ziel einer ausgewogenen Verkehrspolitik muss ein sinnvolles Mit- und Nebeneinander der Verkehrsteilnehmer sein.

  1. Kein weiterer Verlust von innerstädtischem Parkraum – Paderborn ist Oberzentrum für einen dünn besiedelten Raum mit einem Radius von zum Teil mehr als 100 km, die ÖPNV Struktur in diesem Bereich ist bedauernswert schlecht, aber wirtschaftlich auch nicht kurzfristig ausbaubar, daher werden Menschen weiterhin mit dem PKW nach Paderborn kommen müssen, ein Vergrämen der Autos belastet diese Menschen, ohne eine sinnvolle Alternative anbieten zu können
  2. Busse raus, Leben rein in die Innenstadt – die Buslinien durch die Fußgängerzone sind nicht mehr als Symbolpolitik, gleichzeitig lassen Sie den Lebensraum Innenstadt nie zur Ruhe kommen, da im Windschatten der Busse auch immer PKW und LKW den Bereich nutzen werden und die Verwaltung eine Nachverfolgung der Ordnungswidrigkeit aufgegeben hat. Libori zeigt, es geht auch ohne Busse in der Fußgängerzone. Mit der Verlegung des Busbahnhofs muss auch der Busverkehr durch die Fußgängerzone enden, dafür kann mit geringfügigen Eingriffen in den Liboriberg und Le-Mans-Wall eine zusätzliche Busspur geschaffen werden.
  3. Die Menschen vom Besseren überzeugen und nicht gängeln – Wege zu Fuß, mit dem Rad und dem ÖPNV sind oft die bessere Alternative zum PKW, einen nachhaltigen Wandel bekommen wir aber nur hin, wenn wir die Menschen vom besseren Verkehrsangebot überzeugen und sie nicht nur so lange quälen, bis sie klein beigeben. Bevor die Menschen umdenken, muss daher erstmal die Bauverwaltung bessere Wegekonzepte liefern und der PaderSprinter sein Angebot umstellen. Kostenlose Fahrten mit dem ÖPNV sind für uns nicht die Lösung, Qualität darf etwas kosten.
  4. Nachtbusse gehören zu einer Großstadt – Ein vernünftiges und attraktives Nachtbusangebot zeichnet eine Großstadt aus, wir brauchen gerade in der Nacht eine engere Taktung der Busse, das hilft den Gaststätten und Bars in der Stadt und verhindert außerdem Fahrten unter Alkoholeinfluss.

Sport

Paderborn verfügt über eine starke Sportfamilie, die Vereine leisten viel für unsere Stadt, sie wirken integrativ und bieten ein breit gefächertes Angebot an Sportarten an. Die Rahmenbedingungen sind aber nicht immer ideal, viel zu oft knickt die Verwaltung vor Partikularinteressen ein und schränkt die Nutzungszeiten von Sportplätzen ein, obwohl es dafür keinen objektiven Rechtsgrund gibt.

Ferner muss die Stadt dafür sorgen, dass eine ausreichend dimensionierte und technisch ausgereifte Infrastruktur vorhanden ist.

  1. Trainingszeiten schützen und ausweiten – Die Stadt darf nicht ohne triftigen Rechtsgrund den Spiel- und Trainingsbetrieb von Sportanlagen einschränken. In Zeiten von Ganztagsunterricht und immer höherer Arbeitsbelastung können Jugendliche und Erwachsene häufig nur in den Abendstunden trainieren. Der Gesetzgeber hat dementsprechende Regelungen erlassen, die von der Stadt allerdings nicht ausgenutzt werden. Dies führt zu einer suboptimalen Auslastung der Plätze und führt so zu höherem Flächenbedarf und steigenden Kosten.
  2. Eine Eishalle mit Planungssicherheit – Paderborn benötigt wieder eine Eissporthalle, die Planungen des TV 1875 dazu begrüßen wir sehr, die Stadt muss mit einem signifikanten Baukostenzuschuss den Bau ermöglichen, dafür muss die Halle für alle Paderbornerinnen und Paderborner zugänglich sein.
  3. Skateranlage ausbauen – Die Skateranlage ist Austragungsort von Wettbewerben auf europäischer Ebene, dennoch fristet sie ein eher stiefmütterliches Dasein. Hier bedarf es einer Sanierung und Erweiterung der Anlage, um die Attraktivität dieses Sports weiter zu steigern. Die Verwaltung darf hier und andernorts nicht wegsehen, nur weil manche Trendsportarten eben nicht durch Vereine organisiert sind. Die Verwaltung muss für diese Gruppen ebenso ansprechbar sein.
  4. Schwimmkompetenz stärken – In Paderborn lebt man Wasser, leider können trotzdem immer mehr Kinder und Jugendliche nicht schwimmen und es kommt zu bedauerlichen Unfällen. Wir werden daher eine Attraktivitätssteigerung der Paderborn Schwimmlandschaft anstoßen, die Badezeiten müssen flexibler werden, wir brauchen mehr Schwimmkurse und besondere Incentives, bspw. gibt es freien Eintrifft in die Paderborner Schwimmbäder für alle Kinder und Jugendlichen, die Ihre Schwimmfähigkeit mit einem Abzeichen nachweisen können. Wer dies nicht kann, der muss auch nicht kostenlos im Freibad in der Sonne liegen.
  5. Sport jederzeit und öffentlich – Outdoor-Sportparks sind in vielen Städten ein tägliches Bild und sie haben sich auch in Paderborn bewährt. Sport findet immer öfter auch jenseits von Vereinen statt, dafür müssen flächendeckende Angebote verfügbar sein. Deshalb muss binnen der nächsten fünf Jahre ein Outdoor-Park für jeden Paderborner schnell erreichbar sein.
  6. Infrastruktur im Outdoor Segment – Die aktuell angebotenen Outdooreinrichtungen wie bspw. die Fischteiche bieten so gut wie keine Infrastruktur, es gibt dort keine Toiletten, keine Möglichkeiten die Schuhe zu reinigen, oder auch Dinge zu verstauen. Wer nicht mit dem PKW anreist, hat bspw. keine Möglichkeit seine Wertsachen einzuschließen, also werden sie entweder mitgenommen oder man kommt halt mit dem Auto.

Kultur

Paderborn verfügt über eine ausgesprochen spannende Kulturszene. Aktuell bietet sich uns die Möglichkeit der Kulturszene Flächen und Räume zur Entwicklung und zur Erweiterung zu geben. Historische Fehler, wie bspw. der Verkauf des ehemaligen Straßenbahndepots dürfen sich nicht wiederholen, hier hätte ein Kulturhotspot, fußläufig von der Innenstadt und mit ausreichendem Parkraum in der Nähe entstehen können.

  1. Konversion nutzen – Die Konversionsflächen bieten uns eine wunderbare Möglichkeit Kultur in neuen Quartieren zu verankern. Die bisherigen Schritte zum Kulturquartier in der Alanbrooke Kaserne haben wir mitgetragen, wir sind aber davon überzeugt, dass die Gebäude des Kulturquartiers dann auch in städtischer Hand bleiben müssen. Ein Investorenmodell, wie bspw. beim neuen Theater, was zunächst attraktiv wirkt, am Ende aber teuer kommt, lehnen wir ab.
  2. Kultur ist nicht nur Goethe und Shakespeare – Die aktuelle Politik konzentriert sich auf das klassische Kulturangebot, Theater, Museen, Kunstgalerien und Künstler im klassischen Sinn. Hier wird jedes Ticket gefördert, teilweise bis zum Vielfachen des Ticketpreises. Gerade kulturelle Angebote für Jugendliche werden dabei nur am Rande oder gar nicht betrachtet. Wir fordern daher die Förderung der jugendlichen Kultur und Partyszene in einem vergleichbaren Umfang.
  3. Multifunktionshalle statt Flickwerk – Die Stadt Paderborn verpasst es seit Jahrzehnten eine angemessene Multifunktionshalle für das gesamte Stadtgebiet zu bauen. Stattdessen wird in ein Flickwerk investiert, was jedoch den modernen Anforderungen an eine Örtlichkeit für Sport- und Kulturevents nicht gerecht wird. Wir brauchen daher ein Konzept für eine Multifunktionshalle, die sowohl von den Baskets für den Ligabetrieb, als auch für Konzerte und Events genutzt werden kann.
  4. Kultur darf ruhig etwas kosten – Theatertickets werden durch die öffentliche Hand hochgradig gefördert, dass ist gut, damit Kultur kein Luxus ist. Auf der anderen Seite ist es widersinnig, dass auch die Menschen, die auf diese Förderung verzichten wollen, den reduzierten Preis zahlen müssen. Wir fordern daher die Einführung eines Tickets für Kulturfreunde, dieses Ticket soll ohne Zuschüsse auskommen und so die Ertragslage der Kultur nachhaltig verbessern, ohne Menschen zu belasten, die dies nicht tragen können oder wollen.

Bildung

Paderborn hat ein vielfältiges Schulangebot, welches entwickelt und zukunftsfähig gestaltet werden muss. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Lernstatt Paderborn nicht ausreichend auf die Anforderungen des Lernens auf Distanz vorbereitet war. Mangelnde Breitbandanschlüsse verhindern die notwendige Digitalisierung der Paderborner Schulen auf höchstem Niveau.

  1. Inklusion benötigt Rahmenbedingungen – Inklusion in Regelschulen nur dann, wenn alle personellen, sächlichen und räumlichen Voraussetzungen vorliegen. Bei einer Inklusion ohne ausreichende Ressourcen verlieren alle Beteiligten. Sie überfordert die Lehrkräfte, vernachlässigt die Förder-Schüler und verhindert für alle Schüler einen guten Unterricht. Deshalb brauchen wir auch eine Revitalisierung der Förderschulen.
  1. Mehr Ganztagsangebote – Das Angebot an Ganztagsplätzen in Kitas und Schulen muss ausgebaut werden. Wir brauchen aber auch mehr Erzieherinnen in kleineren Gruppen um mehr Qualität in der frühkindlichen Entwicklung zu erreichen. Dazu gehört auch eine intensive Sprachförderung aller Kinder bis zum Schuleintritt. Das OGS-Angebot muss bedarfsdeckend bereitgestellt werden.
  1. Unterstützungsstrukturen schaffen – Wir brauchen mehr Schulsozialarbeiter an allen Schulformen um soziale Defizite in familiären Strukturen frühzeitig aufzufangen. Dazu gehört auch die Stärkung der Schulpsychologie und Gewaltprävention für alle Bildungseinrichtungen in Paderborn.
  1. Schulessen lecker & Bio – Wir haben schon vor einem Jahr im Schulausschuss gefordert, dass das Schulessen zu 100 % aus biologischem Anbau kommen soll. Das wäre ein wichtiger, vorbildlicher Beitrag der Stadt und der Schulen für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz, sowie Gleichzeitig für den Gesundheitsschutz.
  1. Saubere Schulen eine Selbstverständlichkeit – Auch schon vor der Corona-Krise war die Qualität der Schulreinigung ein Problem. Wir fordern die Rekommunalisierung der Schulreinigung um die Qualität zu erhöhen, den Hygienestandard in Corona-Zeiten vorbildlich zu gestalten, und die Reinigungskräfte fair zu entlohnen.
  1. Den Ganztag bereichern – Ganztagsschulen sollten keine Verwahranstalten sein, sondern den Schülerinnen und Schülern Perspektiven und Abwechslung bieten. So könnten Partnerschaften mit der Kinderfeuerwehr der Stadt Paderborn, oder den Sport- und Musikvereinen vertieft werden. Es könnten ferner Fahrten zu Gedenkstätten angeboten und unterstützt werden und Partnerschaften mit Seniorenheimen eingegangen werden. Auch eine Anbindung an die Landwirtschaft ist sinnvoll, um die Schülerinnen und Schüler schon früh an die Herkunft unserer Lebensmittel heranzuführen.